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Naslovna u kraljevstvu, epizoda jedan

Hey Folks,
wie versprochen schreibe ich nun endlich den ersten Teil meiner Odysee in der Heimat.

Samstag
Wie bereits geschrieben sind wir innerhalb von 12 Stunden hier angekommen am Samstag in der früh - das erste was mir beim Grenzübergang von Slowenien nach Kroatien einfiel war die Eingebung, dass die EU hier noch nicht angekommen ist. Die Grenze bildete an dieser Stelle ein Fluß: Während die eine Seite relativ "normal" aussah, lieferte die kroatische Seite den Eindruck, man wäre im tiefsten Balkan. Nachdem wir bei meinem Großonkel Jojor Kemec untergekommen und ich einige Stunden geschlafen hatte ging es auch gleich los - man musste natürlich die Verwandtschaft begrüßen, denn das gehört hier zum guten Ton und ist eine Selbstverständlichkeit.
Erster Stop bildete dabei eine Freundin meiner Oma, Mira, was auch sogleich die erste Runde Schnaps und Wein bedeutete. Von ihrem Haus aus konnte man einen sehr großen Teil der Landschaft überblicken, denn hier in der Region bei Cakovec, genannt "Gespanschaft Međimurje", ist man umgeben von Wäldern, Tälern und Hochebenen.


Diese Region liegt im äußersten Norden Kroatiens und grenzt an Slowenien und Ungarn, die hier gebauten Autobahnen führen direkt zur Hauptstadt und damit zum Knotenpunkt, von welchem man problemlos durch das Land reisen kann.
Ein paar Schnäpse und Gespräche später finden wir uns bei Zlatko ein, einem sehr guten Freund der Familie - das tollste dabei ist allerdings das direkt neben seinem Haus das Geburtshaus meiner prababa(Urgroßmutter) ist und daneben sogar noch das Haus meiner Urgroßeltern steht. Und die zweite Runde Schnaps und Wein angesagt war. Dominic im Paradies!


Wieder ein paar Schnäpse später (das Alkoholtraining macht sich langsam bezahlt) fuhren wir sogleich zu Rajka und ihren Kindern Viktor und Thea, denen eine Edelwinzerei in dieser Region gehört - edler Ausblick über die Landschaft inklusive. Jeder der hier auf dem Land lebt ist zumindest hobbymäßig Bauer, viele haben daneben einen praktischen handwerklichen Beruf erlernt - denn hier ist es nützlich so etwas zu können. Wie dem auch sei: Natürlich haben wir in der Winzerei erstmal eine Weinprobe hinter uns gebracht. Runde drei dürfte dies sein..



Natürlicherweise wird hier oft getrunken, was hier aber auch irgendwie zum Land und zu den Leuten passt. Gesoffen wird hier relativ selten, Schützenfeste und ähnliche Gelage gibt es Gott sei Dank nicht - dafür wird aber oft getrunken wenn einen Freunde und Familie besuchen und wenn man natürlich etwas zu feiern hat - dazu aber später mehr.
Übrigens: Auch wenn man hier zu Fuß geht und besoffen ist kann man hier seinen Führerschein verlieren.

Zurück zum Feiern: Nachdem wir wieder zuhause waren gab es natürlich etwas zu feiern - ein paar Jäger hatten nämlich etwas Wild in einem nahen Wald erlegt und sowas wird sofort zelebriert. Eingeladen war jeder und sodann wurde mitten im Wald Wildgulasch serviert, bestehend aus Hirsch, Reh und (Wild-)Schwein. Zeitgleich war es die 101jährige Bestehensfeier des Brunnens von Pleskovec, weswegen relativ viele Leute kamen und feierten. Ritual war es, als erstes vom Brunnenwasser zu trinken, denn die Brunnen haben hier eine sehr große Bedeutung. Als es noch kein fließend Wasser gab musste die Menschen und Anwohner immer tief in den Wald um sich dort das Wasser zu besorgen dass sie brauchten - und das is noch gar nicht solange her. Später kam sogar die Polizei, denn privates Jagen ist neuerdings wegen dem baldigen EU Beitritt verboten - im Endeffekt haben diese dann aber einfach mitgefeiert und auf das Recht geschissen. Ich habe übrigens sogar noch zwei Lieder hochgeladen, die hier gesungen wurden. Nach der ausgelassenen Feier sind wir wieder nach Hause und haben uns erstmal richtig ausgeschlafen - von 22 bis 6 Uhr morgens.




Sonntag

Am Sonntag ging es direkt in der früh mit der Familie los - man wollte das Meer sehen. Ich bin deswegen als Fahrer mal eben so 270 Kilometer über die Autobahn bis nach Rijeka und Opatije gebrettert - einen schöneren Geruch als den des Meeres gibt es nicht. Opatije selbst liegt bereits in Istrien, der kroatischen Halbinsel die früher der Donau-Monarchie Österreich-Ungarn angehörte. Daneben gibt es noch, bedingt durch die Nähe auch noch einen starken italienischen Einfluß, welcher sich nicht nur auf das Stadtbild sondern auch auf die Fahrweise der Autos auszuwirken scheint: Gehupt wird auch bei roten Ampeln. Eigentlich wird hier immer gehupt: Wenn man nicht weiterkommt, wenn man jemanden wiedererkennt, wenn man Lust dazu hat, wenn man gute Laune hat, wenn man sauer ist - also wirklich immer. Aber erstmal ein paar Bilder von der Innenstadt und Adria:


Nach dem Schwimmen im Meer haben wir uns noch etwas die Stadt angesehen, darunter besucht wurden der Angelino Park - ein Park dessen Pflanzen größtenteils von Seefahrern eingeschleppt und gepflanzt wurden - darunter auch amerikanische Tannen und allerlei exotisches Gewächs. Den Zugang zum Meer fanden anscheinend auch damals die Österreicher schön, in der größten Villa (mit der dünnsten Treppe) von Opatije findet man Pläne für eine Art Beach-Ressort, das den gesamten Küstenstreifen abdecken sollte.


Das erste Gebäude dagegen war eine kleine Abtei, aus der sich letztendlich die ganze Stadt nebst Walk of Fame der Kroaten entwickelt hat. Zeitweise kam mir die Stadt vor wie eine Mischung aus Las Vegas, Balkan und Italien. Fotografiert habe ich übriges den Stern von Nikola Tesla, einem kroatischen Physiker der eine große Rolle bei der Entwicklung des Wechselstroms inne hatte.


Die 300 km Meter zurück ist dann mein Vader gefahren, ich war kaputt vom ständigen Schwimmen und hatte auch lieber Lust Bilder von der Landschaft zu machen - wobei mir das schwindende Sonnenlicht einen Strich durch die Rechnung machte und ich nicht viel fotografieren konnte.


Montag

Montag machte sich meine Tante nebst Anhang wieder auf den Weg nach Deutschland - daher gibt es hier nicht viel was ich euch schreiben könnte, abgesehen vielleicht von dem Bier als Frühstück. Vorteil: Ich konnte endlich mal richtig ausschlafen. Bis mich die Kinder meiner Tante mit ihren ultrahohen Stimmfrequenzen aus dem Bett warfen. Nur gegen Abend war es wieder interessant, da ich dann mit meinen Eltern im Medimurski Dvora essen war - einem Restaurant für die kroatische Oberschicht. Die Preise waren lagen zwischen 12 und 25 Euro - für Deutsche mäßig happig, aber hier durch die geringeren Löhne ein kleines Vermögen. Dieses Restaurant gehört sehr guten Freunden meiner Eltern - deswegen gibt es die nächsten Tage vielleicht sogar noch mehr Bilder, vorab allerdings das, was ich gegessen habe:


Dienstag

Am Dienstag habe ich das komplette Gegenteil kennenlernen dürfen, denn Mittagessen war ich in einer Art öffentlichen Kantine  für die arbeitenden Genossen in Cakovec. Die Preise lagen zwischen 2-4 Euronen und bis auf zwei bis drei Ausnahmen sah hier jeder der in diesem Lokal saß aus wie ein Bär. Danach ging es nach Vuckovcek, einer riesigen Freibadanlage mit Thermalbad, Innen- sowie Außenanlagen, in der ich mich von 12 Uhr bis 18 Uhr aufhielt, danach habe ich kurz mit meiner Mutter Toncek besucht, einen Nachbar aus ihrer Kindheit/Jugend. Er war sichtlich den Tränen nahe aus Freude, meine Mutter wiederzusehen - denn Familie und Freunde sind in diesem Land das wichigste was man haben kann. Sicher ist das in Deutschland auch wichtig - aber hier ist der Stellenwert für so etwas nunmal höher - wer hier Freunde hat oder Leute kennt weiß das.
Abends bin ich dann selbstständig noch Thea besuchen gefahren, weil ich sie seit meiner Kindheit kannte und mit ihr plaudern wollte, und selbst um 21 Uhr empfängt man hier noch im Dorf Gäste. Versucht das mal in Deutschland in der Provinz.

Was die nächsten 4,5 Tage passiert werde ich wahrscheinlich am Montag für euch schreiben und verabschiede mich damit erst einmal. Ich hoffe ihr hattet Spaß meinen kleinen Reisebericht zu lesen, ich werd jetzt gleich erstmal Fußball gucken - denn heute spielt Kroatien gegen Weißrussland.

Doviđenja Drugovi

 

12.8.09 15:12
 


bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kabuki (13.8.09 00:47)
sehr schön und detaillert...ein fuck you wegen der bilder vom meer :P
nun weiss man was der dome in kroatien treibt xD das youtubevideo sollte gepushed werden ^^ ich liebe so volkslieder,bekommt man direkt gute laune und stellt sich besoffene verwandte vor.
eine sache die du erwähnt hast find ich grandios aber sehr wahrheitsgemäß aus anderer sicht aber ja doch.
Viel Spaß noch Dude!


(13.8.09 08:30)
was genau meinst du ?
btw hab ich noch mehr volkslieder aufnahmen..wenn jemand will


Richard (13.8.09 20:10)
nicht schlecht, nicht schlecht. gerne mehr so berichte!
sprichst du eigentlich fliessend kroatisch? landschaftlich errinnert das ganze sehr an spanin oder frankreich, wenn man da mal was von den ganzen touristenorten in die pampa fährt. europa ist irgendwie (fast) überall gleich. viel spass noch da drüben.


Amon (13.8.09 22:31)
Einen Bericht wird's ja noch sowieso geben und nein, fließend spreche ich die Sprache nicht. Ich verstehe mittelmäßig viel, kann mich aber nicht, und vor allem nicht grammatikalisch richtig in ihr ausdrücken - aber hier kann man sich immer verständigen. Entweder können die Leute Englisch oder Deutsch oder wissen sich mit Händen und Füßen zu verständigen, was auch oft der Fall ist.
Btw: Man bin ich betrunken =)


Falo (15.8.09 02:36)
auf jeden fall ne geile landschaft, soviel natur. das findet man hierzulande nur noch selten :x
war ja mal in russland und da sieht man auch krass den unterschied von moskau zu den ländlichen gegenden.
solange es nen meer mit sandstrand gibt, würde ich so ein land immer ner üblichen touristenregion á la costa brava etc vorziehen. grade auch aufgrund der mentalität der leute. wie du auch geschrieben hast, die wichtigen werte sind ganz andere als hier. bekomm grad wieder richtig lust auf so ne reise ^^

aber eins musst du mir erklärn: wie kann man seinen lappen zu fuß verliern? wie stelln die sich das vor? soll man einfach besoffen auf der kalten straße liegen bleiben? ^^


Amon (15.8.09 08:59)
is wie beim fahrradfahren auch:
wenn du betrunken bist aber normal fährst und nicht auffällst wirst du deswegen auch nicht belangt. fährst du aber schlangenlinien oder komisch dann wirste zumindest geprüft. genauso is das dann auch beim zu fuß nach hause laufen. das gesetz gibt es hier, weil die straßen und wege sehr kurvenreich, steil usw. sind, wenn du besoffen die straße langgehst und nicht aufpasst bist du schnell opfer von nem autofahrer

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